+++ Sa., 22. Juli 2017, 18.00 Uhr +++ „Das neue Dorf" mit Prof. Ralf Otterpohl +++

Vegetarismus

 

1. Fleischessen und körperliche Energie  

Noch offensichtlicher wird die Tatsache, dass viele besprochenen Zivilisationskrankheiten durch das Fleischessen verursacht werden, wenn wir Völker aus anderen Kulturkreisen betrachten, die kein oder nur sehr selten Fleisch essen. In letzter Zeit haben Wissenschaftler begonnen, solche Völker systematisch zu untersuchen, und die Ergebnisse sind eindeutig. Berühmt gewordene Beispiele sind ein Hirtenvolk in den Bergen von Ecuador und der Hunza-Stamm in Nordwest-Indien sowie verschiedene Völker Südindiens, bei denen Krebs und Herzkrankheiten praktisch nicht vorkommen, obwohl es unter ihnen auffallend viele Menschen gibt, die über 80 Jahre, einige sogar über 110 Jahre alt werden.

Dagegen ist bei Volksstämmen, die praktisch nur von Fleisch und Fisch leben, auffallend, dass sie sehr schnell altern. Bei den Eskimos und Kirgisen z.B. beträgt das statistische Durchschnittsalter nicht einmal 30 Jahre und nur selten wird bei ihnen jemand älter als 40!

Nicht nur in Bezug auf Lebenserwartung, sondern auch in Bezug auf körperliches Leistungsvermögen schneiden in Vergleichsstudien die Vegetarier besser ab. Bei körperlicher Anstrengung beweisen sie eine viel größere Ausdauer als Fleischesser und sie benötigen eine viel kürzere Erholungsphase, da vegetarische Nahrung natürlich aufbauend wirkt, wohingegen Fleisch nur einen kurzen Energieschub gibt (ähnlich wie Kaffee), dann aber den Körper mit all den beschriebenen Nachteilen belastet. Auch das Tierreich bestätigt diese Beobachtung. Man soll einmal versuchen, die Arbeit eines Ochsen, Kamels oder Pferdes einem Löwen, Tiger oder Hund aufzubürden. Außerdem zählen zu den größten und stärksten Tieren der Welt reine Pflanzenfresser, wie etwa der Elefant, das Nashorn und der Gorilla.

Aus all dem Gesagten geht deutlich hervor, dass die Menschen problemlos ohne Fleisch, Fisch und Eier leben können. Es gibt keinen Grund, warum sie diese Dinge essen müssten, aber viele Gründe, warum sie darauf verzichten sollten.

2. Gewalt gegen die Tiere

Dass man allein schon der Gesundheit zuliebe kein Fleisch essen sollte, wird noch klarer, wenn wir untersuchen, unter welchen Bedingungen das Fleisch heute «produziert» wird, das heißt, was die Tiere und das Fleisch durchmachen, bevor sie schön verpackt in der Einkaufstasche des nichtsahnenden Konsumenten landen.

Gepanschtes Fleisch - Die Zeitschrift Natur veröffentlichte in ihrer Ausgabe 2/87 einen Artikel mit dem Titel «Tierische Geschäfte», in dem auf mutige Weise Zusammenhänge zwischen profitgierigen Pharma-Firmen, skrupellosen Tiermästern und Schlachthöfen aufgedeckt wurden. Die Problematik der modernen Tierhaltung fasst dieser Artikel wie folgt zusammen:

«Der Handelskrieg wird über den Preis geführt. Das scheint zunächst im Sinne der Verbraucher zu sein. Doch das Bestehen in diesem Preiskrieg ist nur bei massenhafter Serienproduktion möglich. Keine der Handelsketten kauft 50 Hähnchen beim Bauern ein - sie brauchen 50000 pro Lieferung. Die in den Massentierhaltungen haben sich darauf eingestellt. Was der Verbraucher nun zwischen die Zähne bekommt, ist gewürzt mit Wachstumsförderern, Hormonen, Antibiotika und Beruhigungsmitteln. Im besten Falle erhält er billiges, nährstoffarmes, aufgeblasenes Fleisch - im schlimmsten Falle ist es vergiftet... Was in den Massentierhaltungen und Schlachthöfen geschieht, wird mühelos verdrängt.»

Und was verdrängt wird, ist haarsträubend. Wenn peinlicherweise einmal ein Skandal bekannt wird, ist die Öffentlichkeit zutiefst schockiert. So schrieb z.B. das Magazin Der Spiegel (33/88) in seiner Titelgeschichte «Die Schweinerei mit dem Fleisch»: «Die bundesdeutsche Landwirtschaft erlebt den größten Hormonskandal ihrer Geschichte. Illegale Händlerringe und gewissenlose Veterinäre verdienen an der Tiermast. Unters Fell gespritzt und in den Futtertrog gekippt wird nahezu alles, was die Pharma-Industrie so produziert, um Rind, Schwein oder Huhn bis hin zur Schlachtbank auf den Beinen zu halten... Wenn Schweine, damit es sich lohnt, innerhalb von 180 Tagen zu Zwei-Zentner-Fleischbergen hochgepäppelt werden, wächst das Knochengerüst nicht schnell genug mit, die Tiere brechen unter dem eigenen Gewicht zusammen.»

Immer mehr Veröffentlichungen weisen darauf hin, wie Fleisch auf verschiedenste Weise chemisch manipuliert wird. Erstens einmal muss es konserviert werden, damit keine üblen Gerüche dem Käufer des tage- und wochenalten Fleisches den Appetit verderben, und zweitens muss das grau-grünliche Fleisch rot gefärbt werden, da es sonst kaum verkaufbar wäre.

Tödliche Brutalität

Tiere werden heute nicht mehr als Lebewesen behandelt, sondern als Fleischmaschinen. Das Leben eines gefangengehaltenen Schlachttieres ist von Anfang bis Ende schöpfungswidrig - angefangen mit der konzentrationslagergleichen Aufzucht, der Kastration und den Hormonbehandlungen, über die Verfütterung künstlicher Nahrung zu Mästungszwecken bis hin zu den langen, schmerzvollen Transporten in extremer Angst und schließlich dem grausamen Ende im Schlachthof.

Tierschlachtungen sind alles andere als «human». In Wahrheit machen die Schlachthäuser Höllenvisionen Konkurrenz. Schreiende Tiere werden durch Hammerschläge, Elektroschocks oder Bolzenschusswaffen betäubt. Mit einem Haken werden sie an den Hinterbeinen in die Luft gezogen und auf vollautomatischen Fließbandanlagen durch Fabriken des Todes befördert. Die Kehle wird ihnen bei lebendigem Leibe aufgeschnitten und ihr Fleisch schon verarbeitet, während sie noch zu Tode bluten. Diese Methode spart Zeit und erhöht die Gewinne.

Genau wie für den Menschen ist auch für das Tier das Ermordetwerden eine Erfahrung von Schrecken und Panik, was im Körper schlagartig einen drastischen biochemischen Wandel auslöst, wodurch der ganze Kadaver mit Angsthormonen vergiftet wird. Der international engagierte Schweizer Tierschützer und Ökologe Franz Weber erklärte in einer Radiosendung: «Nehmen wir das Beispiel von Hamburg, wo Menschen Vergiftungen erlitten, als sie Thun aus der Büchse aßen. Warum? Der Thunfisch wurde lebendig(!) zersägt, und die gefangenen Fische hatten eine solch unglaubliche Angst, dass sie ein Gift ausschieden, das in das Fleisch einging. Das war schon den alten Römern bekannt. Um ein bestimmtes Gift zu bekommen, haben sie Sklaven zu Tode gefoltert, und mit dem Speichel dieser Toten konnte man andere vergiften. Die Todesangst geht also ins Gewebe ein und wird vom Menschen mitgegessen.»

Auf diese Weise werden jährlich weltweit über 2 Milliarden Stalltiere und über 20 Milliarden Stück Geflügel getötet. Die Zahl der jährlich getöteten Fische geht in die Billionen. (In diesen Zahlen sind die vielen Millionen Opfer der Tierversuche und der Pelzindustrie nicht mit gerechnet).

3. Verheerende Folgen für die Menschheit

Im 4. Jh. v. Chr. verfasste der Grieche Platon sein berühmtes Buch «Der Staat», das verschiedene Reden des großen Philosophen Sokrates enthält. U. a. spricht Sokrates darüber, wie ein Staat seine wirtschaftliche Grundlage gesunderhalten kann, und in diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass die allgemeine vegetarische Ernährung notwendig ist. Er warnt, dass mehr Weideland benötigt werde, sobald die Menschen begännen, den Tierbestand zu erhöhen, um zusätzlich Schlachttiere zu halten: «Und das Land, das ursprünglich groß genug war, um all seine Bewohner zu versorgen, wird auf einmal zu klein sein, und so werden wir in den Krieg ziehen müssen.»

Es ist erstaunlich, dass dem Philosophen Sokrates nicht nur die gesundheitlichen Nachteile des Fleischessens bekannt waren, sondern offensichtlich auch die ökonomischen. Er weist mit Recht darauf hin, dass die Erde genug Nahrung für all ihre Bewohner hervorbringt, dass aber ein Fehlverhalten von nur wenigen Menschen schon weittragende Folgen haben kann.

Welch verhängnisvolles Ausmaß diese Folgen heute angenommen haben, hat sich allerdings selbst Sokrates kaum vorstellen können. Der Teufelskreis, der durch das Essen von Fleisch ausgelöst wird, ist wahrscheinlich das typischste Beispiel für die Vernetzung von menschlicher Unvernunft und Zerstörung.

Aus diesem Grund ist auch das neuerdings angepriesene «natürliche Weidefleisch» von «glücklichen» Schlachttieren, die Auslauf im Sonnenlicht hatten, keine Alternative, sondern nur eine neue kommerzielle Taktik der Fleischproduzenten, um den verunsicherten Konsumenten zu beruhigen. Denn auch ein «glückliches» Tier erfährt Todesangst!

Die Produktion von sogenanntem «Bio-Fleisch» ist eigentlich schizophren: Einerseits will man die Tiere als Lebewesen respektieren und gewährt ihnen deshalb angenehmere Lebensbedingungen, und andererseits schlachtet man sie und isst sie auf. Das einzig natürliche Fleisch ist das Fleisch eines natürlich gestorbenen Tieres.

Die oben beschriebene Taktik der Großkonzerne führte explosionsartig zu einem gesteigerten Fleischangebot. Dem Volk musste das Fleisch des wachsenden Fleischberges irgendwie schmackhaft gemacht werden. Über eine großangelegte Werbung und «wissenschaftliche» Propaganda wurde verkündet, Fleisch sei gesund, der Mensch brauche viel Protein, pflanzliches Protein sei minderwertig, Vegetarier hätten Mangelerscheinungen, usw. Leider wird dieser werbungstechnische Unsinn auch heute noch von vielen Medizinstudenten, Ärzten und anderen geglaubt und verkündet.

Ausbeutung der Dritten Welt

Wohlstandsländer verschwenden nicht nur ihr eigenes Getreide, indem sie es an ihre Schlachttiere verfüttern, sondern verwenden für diesen Zweck auch Futtermittel, die in der Dritten Welt angebaut werden. Dadurch wird den dortigen Bauern lebensnotwendiges  Acker- und Weideland geraubt, was das Gleichgewicht der Wirtschaft in diesen Ländern zerstört und zu Viehsterben und Nahrungsmittelknappheit und dadurch zu Importabhängigkeit und Verschuldung führt.

47% der globalen Getreideproduktion wird an Schlachttiere verfüttert. Demgegenüber sterben nach UNO-Statistik täglich 43000 Kinder an Hunger. Stellvertretend für all diejenigen, die diese Zusammenhänge erkannt haben, sagt der Schweizer Nationalrat und Dritt-Welt-Experte Prof. Jean Ziegler: «Diesen fürchterlichen Massenmord will ich nicht mehr mitmachen. Kein Fleisch zu essen ist ein minimaler Anfang.»

Solche Fakten haben Weltwirtschaftsexperten veranlasst, darauf hinzuweisen, dass das Hungerproblem auf der Welt im Grunde von wenigen Menschen verschuldet ist. Nicht die angebliche Überbevölkerung ist die Ursache der Nahrungsmittelknappheit, unter der heute fast Dreiviertel der Erdbevölkerung leidet, sondern der Missbrauch der Nahrungsmittel. Wir produzieren mehr als genug Nahrungsmittel für alle Menschen auf unserem Planeten, doch wir verteilen sie ungerecht, indem wir sie verschwenden, das heißt den Schlachttieren verfüttern (oder tonnenweise ins Meer schütten, um den Preis stabil zu halten).

Die Fleischproduktion verursacht in den Ländern der Dritten Welt aber nicht nur Hunger, sondern auch die Zerstörung der Umwelt.

Der tropische Regenwald, Hauptquelle der Sauerstoffproduktion unseres Planeten, bedeckte noch im Jahre 1945 die Erde mit einer Ausdehnung von 16 Millionen Quadratkilometern. In den letzten vier Jahrzehnten jedoch ist diese «grüne Lunge» weltweit um rund 50% geschrumpft! Wo vorher die üppige tropische Vegetation vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bot, setzt nach der Rodung sofort die Erosion ein, und nach wenigen Jahren der profitgierigen Nutzung bleibt nichts anderes als eine karge Wüstenlandschaft übrig. Und wer ist schuldig? Hauptsächlich die internationalen Fleisch- und Hamburgerkonzerne, die das gerodete Land als Weideflächen für ihre Schlachttierherden oder als Ackerland für riesige Futtermittelplantagen (z.B. für Soja) verwenden und zu einem gewissen Teil auch die Papier- und Holzmultis. «Das reichste Ökosystem der Erde wird also zu Hamburgern, Sperrholz und Packpapier verarbeitet - für Europäer, Amerikaner und Japaner.» (Neue Zürcher Zeitung, 30.3.1983)

Skrupellos werden einheimische Kleinbauern in die Städte vertrieben, das Land wird mit Monokulturen und Chemie ausgebeutet, der Boden mit schweren Maschinen zerdrückt und der natürliche Kreislauf der Nahrungsversorgung zerstört.

Der brasilianische Erzbischof Helder Camara fasste diese Missstände mit folgenden Worten zusammen: «Überall in der Dritten Welt wird die Landwirtschaft auf Kosten des Volkes modernisiert. Um die Konsumgewohnheiten der Reichen zu befriedigen, die immer mehr Fleisch essen wollen, lässt man das fremde Vieh die kärglichen Kulturen der wehrlosen Kleinbauern zertrampeln.» (zitiert in: «Die Schuld der Fleischfresser», Tagesanzeiger, Zürich, 23.9.1978)

Zerstörung des ökologischen Gleichgewichtes

Der Teufelskreis zieht aber noch weitere Kreise, Tiere sterben aus, mittlerweile mindestens eine Tierart pro Tag! Nicht nur die Tiere des Urwalds, sondern auch andere Tiere erliegen der Umweltzerstörung und der Mordlust des Menschen. Und dies schlägt auf den Menschen zurück. Zum Beispiel stellen viele Bauern fest, dass es vermehrt Ungezieferplagen gibt, da die insekten- und larvenfressenden Vogelarten verschwinden - aufgrund der Monokulturen, Agrargifte, Hecken- und Waldabholzungen usw.

Die riesige Abholzung ist auch eine der direkten Ursachen für die weltweite Klimaverschiebung, deren katastrophale Folgen (siehe Treibhauseffekt, Dürren, Wüstenausbreitung, Überschwemmungen, Abschmelzen der Polkappen usw.) noch nicht konkret vorauszusehen, aber vorauszuahnen sind.

Auch in den modernen Industrienationen sind die Schäden, die durch Monokulturen, Profitwirtschaft und Fleischessen verursacht werden, fatal. Diese äußern sich vor allem in der extremen Umweltverschmutzung.

Die stark verunreinigten Abwässer von Mastbetrieben und Schlachthöfen tragen in hohem Maße zur Überdüngung und Abtötung der Seen, Flüsse und Meere bei. Allein auf einem mittleren Mastbetrieb mit 5000 Kälbern entstehen jährlich zehn Millionen Liter Jauche! Die in Deutschland von den Masttieren gesamthaft erzeugte Jauche hat ein solches Ausmaß erreicht, dass jährlich pro Person mehr als drei Tonnen Jauche anfallen. (aus: Fleisch frisst Mensch, ARD, 18.10.1987)

Ein Beispiel: Zum Anbau von einem Kilogramm Weizen werden nur rund 60 Liter Wasser benötigt, wohingegen die Produktion von einem Kilogramm Fleisch zwischen 2500 und 6000 Liter Wasser erfordert, die dann im Gülleloch landen. Wohin mit diesem Meer von Jauche? Man versucht, sich ihrer zu entledigen, indem man sie auf die Felder kippt; aber da zwischen der Menge der Tierexkremente und dem zur Verfügung stehenden Land kein Verhältnis mehr besteht, werden die Felder oft maßlos überdüngt. So gerät die Jauche, die auch die den Tieren verabreichten Chemikalien enthält, in das Grundwasser (= Trinkwasser!) und / oder Abwasser  und so in die Gewässer (Flüsse, Seen, Meere).

Statistiken zeigen, dass der weltweit größte Hamburger-Konzern im Jahr mehr als 500 neue Filialen eröffnet (alle 17 Stunden eine) und pro Sekunde 140 Hamburger verkauft (mit rapide steigender Tendenz). Für einen einzigen Hamburger (!) müssen vier bis fünf Quadratmeter Regenwald in Weide- oder Ackerland umgewandelt werden.

Eine der sichtbaren Folgen dieser Eingriffe in die Natur sind die sterbenden Meere, wie die Nordsee und das Mittelmeer. Fische sterben, Algenschwemmen treten auf, usw. Ursache dafür sind in erster Linie Phosphate und Nitrate. Allein in die Nordsee werden jährlich etwa 100000 Tonnen Phosphate und 1000000 Tonnen Nitrate geschwemmt. Diese Salze stammen aus der Industrie und den kommunalen Kanalisationen entlang den Zuflüssen und auch - wie hinlänglich erwiesen - zu einem großen Teil aus der kommerziellen Landwirtschaft und den Tiermästereien.

Die massenweise produzierten tierischen Exkremente haben darüber hinaus noch eine weitere Nebenwirkung: nämlich sauren Regen. Die holländische Regierung, die diese Zusammenhänge erforschte, kam zu dem Ergebnis, dass die Ammoniak- und Methangas-Emissionen der Güllebehälter von Massentierhaltungen zu saurem Regen führen und zu einem Drittel für das Waldsterben verantwortlich sind.

Der Ökologe Dr. Georg Borgström errechnete, dass durch die Fleischproduktion zehnmal mehr Verschmutzungen verursacht werden als durch Privathaushalte und dreimal mehr als durch die Industrie. (zitiert in: Lapp Die Oko-Diät, 1982)

Mit anderen Worten: Durch eine vegetarische Ernährung könnten viele Probleme, die die heutige Welt belasten, mit einem Mal gelöst werden. In Anbetracht all dieser Gründe ist es sehr schwer zu verstehen, wie es sich jemand noch leisten kann, nicht Vegetarier zu sein.

4. Ethische Gründe

«Auch wenn wir gar nicht hoffen könnten, dass jemals alle Menschen zur vegetarischen Lebensweise übergehen werden, hätte niemand deswegen das Recht, Fleisch zu essen. Ein Unrecht bleibt auch dann ein Unrecht, wenn alle es verüben.»

Magnus Schwantje (1877-1959), einer der ersten großen Vorkämpfer für Vegetarismus und Tierschutz; prägte im Jahre 1902 den Begriff .

Bisher haben wir nur die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Nachteile des Fleischessens behandelt. Die nächste Fragestellung geht tiefer:

Haben wir - abgesehen von den Folgen - überhaupt das Recht, Tiere zu töten?

Diese Frage bringt uns in den Bereich der Ethik, einer Wissenschaft, die nicht nur wie die heute gängigen Wissenschaften leblose Materie untersucht, sondern über die leblose Materie hinaus nach Leben und Sinn sucht. Ethik wird in der heutigen Zeit des technischen Fortschritts als Stiefkind behandelt und an den Schulen und Universitäten schon gar nicht mehr gelehrt. Ohne Ethik, Fragen nach dem Sinn und Wert einer Handlung, wird jede Wissenschaft jedoch sinn- und wertlos. Ethik muss also Grundlage eines jeden wissenschaftlichen Strebens sein. Das griechische Wort ethos, von dem das Wort «Ethik» abgeleitet ist, bedeutet «innere Gesinnung, Sitte und Lebensführung».

5. Religion

Barmherzigkeit und Mitgefühl gegenüber Schwächeren sind zwei grundlegende Werte, die von sämtlichen Religionen der Welt hoch geachtet werden. Aber warum werden sie heute nicht mehr auf die Tiere bezogen? Warum fordert heute keine der großen Religionen von ihren Gläubigen, mit dem Schlachten von Tieren aufzuhören?

Wäre es nicht logisch anzunehmen, dass Gott, der nur das Beste für Seine Schöpfung will, den Menschen die gewaltlose, gesunde vegetarische Ernährung empfiehlt? Doch dieses grundlegende und selbstverständliche religiöse Prinzip der vegetarischen Lebensweise wird von vielen Religionen heutzutage völlig verkannt, ja oft sogar bewusst heruntergespielt oder geleugnet.

«Die Grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht nach eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Wenn der Mensch soviel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn auch er selber leidet?» Romain Rolland (1866-1944, französischer Dichter; Literaturnobelpreisträger 1915).

Von den heutigen Religionen jedoch wird diese Sünde weder als solche angesehen noch als solche bekämpft. Wenn wir aber die ursprünglichen Lehren der einzelnen Religionen betrachten, sehen wir, dass das Schlachten von Tieren nirgendwo gutgeheißen wird, ja dass es sogar in vielen Religionen direkt verboten ist.

Christentum

Aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung geht hervor, dass die ersten Heiligen und Lehrer in der direkten Nachfolge Jesu nur fleischlose Nahrung zu sich nahmen, ja sogar einige Apostel werden namentlich erwähnt.

Im Buch Paedagogus (II, 1) des Clemens von Alexandrien (150-215) heißt es, dass der Apostel Matthäus «von Pflanzenspeisen lebte und kein Fleisch berührte.» Der griechische Geschichtsschreiber Eusebius (264-339), Bischof von Caesarea, weist in seiner Kirchengeschichte (II 2,3) darauf hin, dass der Apostel und Evangelist Johannes ein strikter Asket und Vegetarier war. Und der Apostel Petrus bezeugt in den Clementinischen Homilien (XII,6): «Ich lebe von Brot und Oliven, denen ich nur selten ein Gemüse zufüge.»

Weitere Beispiele frühchristlicher Vegetarier sind Tertullian (160-220), Origenes (184-254), der hl. Antonius (250-356), der hl. Hieronymus (347-420) und Johannes Chrysostomos (344-407), um nur die wichtigsten zu nennen.

Wie das Fleischessen in die Bibel kam

Bis ins 4. Jahrhundert weisen die Spuren der frühchristlichen Gemeinden aus Palästina, Byzanz, Griechenland und Alexandrien (Ägypten) darauf hin, dass bei ihnen das Trinken von alkoholischen Getränken und das Essen von Fleisch abgelehnt wurde. Sie erhielten ihr Wissen über die Lehren Jesu von den vielen damals zugänglichen heiligen Schriften.

Viele dieser urchristlichen Schriften wurden später jedoch vom «westlichen» Christentum, dem neuen Zweig mit Rom als Zentrum, ignoriert oder abgelehnt - aus Unfähigkeit, den darin enthaltenen Lehren zu folgen und auch aus rein machtpolitischen Interessen.

Die nach Rom abgewanderten Christen waren bereit, mit der urchristlichen römischen Lebensweise Kompromisse einzugehen, um durch diese Haltung den im ganzen Römerreich durchgeführten Christenverfolgungen zu entgehen und sich bei der Obrigkeit beliebt zu machen. Sie erlangten dadurch sogar die Gunst des damaligen Kaisers Konstantin (285-337), der sich in der Folge tatsächlich «bekehren» ließ. Konstantin, der übrigens ein überzeugter Fleischesser und Trinker war und es auch blieb, entschied, dass die römische Form des Christentums die Religion für alle Bürger seines Reiches sein solle, und diesen Beschluss setzte er in der Folge unter Gewaltanwendung durch.

Im Jahre 325 berief Konstantin das Konzil von Nicäa ein, bei dem gewisse Gelehrte (sogenannte correctores) beauftragt wurden, die zahlreichen frühchristlichen Dokumente über das Leben und die Lehren Jesu zu «sortieren» und zu «korrigieren». Nur vier der vielen ursprünglichen Zeugnisse wurden als Evangelien anerkannt und zu einem ersten Kanon zusammengefasst, der jedoch nicht unumstritten war. Erst ein halbes Jahrhundert später (382) wurde eine mehrmals überarbeitete kanonische Textauswahl von Papst Damasus als «Neues Testament» anerkannt.

Der Theologe und Urchristentumsforscher G. Ousley kommentiert diese vorsätzliche Änderung bzw. Verwässerung der Lehren Jesu wie folgt: «Alles, was diese correctores taten, war, dass sie mit peinlicher Sorgfalt die Evangelien um ganz bestimmte Lehren unseres Herrn beschnitten, denen sie (bzw. Konstantin) nicht zu folgen gedachten. Und zwar handelt es sich hierbei um jene Verbote, die sich gegen das Fleischessen, berauschende Getränke usw. richteten.» ("Evangelium der Heiligen Zwölf", Humata Verlag 1988)

Die ursprünglichen Christen, die weiterhin strikt nach Jesu Geboten der Einfachheit und Enthaltsamkeit lebten - somit auch auf Fleisch und Alkohol verzichteten -‚ die sich also nicht dem neuen Kirchentum unterordnen wollten, mussten sich vor ihren römischen «Glaubensbrüdern» verstecken, denn Konstantin duldete weder Ungehorsam noch Kritik.

Es wird berichtet, dass er gefangene «abtrünnige» Christen hinrichtete, indem er ihnen gemäß römischen Brauches flüssiges heißes Blei in die Kehle gießen ließ. Auf diese Weise begann sich die neue Form des Christentums unter dem Patronat des Kaisers Konstantin und seiner Nachfolger auszubreiten. Er wurde in der Folge von der römischen Kirche wie ein Heiliger verehrt, das Christfest wurde auf seinen Geburtstag (25.12.) verlegt, und man verschönte seine Lebensgeschichte durch zahlreiche Legenden.

Im Namen Jesu?

Aber nicht nur die Menschen hatten unter dieser willkürlichen Abänderung der Gesetze Gottes zu leiden, sondern auch die Tiere, die fortan überall ungehindert geschlachtet und gegessen werden durften.

Im Mittelalter verkündete Thomas von Aquin (1225-1274), das Töten der Tiere sei durch die Vorsehung erlaubt, denn Tiere hätten keine Seele. (Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass er auch sagte, Frauen hätten keine Seele.) Eine Einzelmeinung aus dem dunklen Mittelalter? Nein, leider nicht. Später hieß es auch, die Indianer hätten keine Seele und die Neger hätten keine Seele, weshalb es den Christen erlaubt war, Indianer zu töten und Neger zu versklaven und mit ihnen genauso wie mit den Tieren Handel zu treiben, sie zu schinden und sie nötigenfalls auch zu töten. Mit der gleichen Selbstverständlichkeit werden in christlichen Ländern bis zum heutigen Tag Tiere gequält, getötet und gegessen.

Bischof Machens von Hildesheim erklärte in seinem «Fastenbrief» vom 8.3.1949:

«Tiere haben keine geistige Seele und kennen kein Fortleben nach dem Tode. Darum haben sie aber auch keinerlei Würde, auf die sie Rechte bauen könnten. Und in der Tat, Tiere haben keine Rechte. Sie haben keinen Anspruch auf Dasein und Gesundheit, auf Eigentum und guten Ruf.»

In einem Gespräch mit dem Theologen Dr. Heinrich Streithofen stellte die Zeitschrift Deutsche Geflügelwirtschaft und Schweineproduktion (26.10.1985) die Frage: «Einige Tierschützer behaupten, die Tiere hätten analog zu unseren menschlichen Grundrechten auch ein Grundrecht auf Leben. Was halten Sie davon?» Der Theologe antwortete: «Das ist Unsinn! Das ist weder rechtlich noch theologisch, noch philosophisch haltbar... Nur der Mensch ist Person. Dem Tier fehlt Personencharakter... In der Hinordnung des Tieres auf den Nutzen des Menschen lässt sich nicht nur seine Verwendung, sondern auch seine Tötung rechtfertigen oder seine Zucht.»

Es ist also nicht verwunderlich, dass es schon immer Stimmen gegeben hat, die von einem «Verrat der Christen an den Tieren» sprechen. «Was erwarten wir von einer Religion, wenn wir das Mitleid mit den Tieren ausschließen?», fragte sich mit Recht Richard Wagner (1813-1883), der Komponist und Vegetarier, bereits im letzten Jahrhundert.

Fleischessen und die heutige Bibel

Die verschiedenen Ausgaben der Kirchenbibel stützen sich auf den Codex Sinaiticus, den ältesten Bibeltext, der heute noch verwendet wird. Dieser Text ist in griechischer Sprache abgefasst und stammt aus dem 4. Jahrhundert nach Christus, das heißt also aus der Zeit nach dem Konzil von Nicäa! Frühere Bibeloriginale sind heute nicht mehr verfügbar. Andere Bibeltexte, wie der Codex Vaticanus und der Codes Alexandrinus, wurden noch später verfasst und sind, wie auch schon der Codes Sinaiticus, nur kirchliche Übersetzungen und Abschriften von Abschriften.

Es ist also nicht verwunderlich, dass uns nur noch Bruchstücke der Lehren Jesu erhalten sind, gerade auch in Bezug auf die menschliche Ernährung. Da uns in dieser Frage die schlüssigen Aussagen Jesu nicht mehr bekannt sind, erübrigen sich Diskussionen über die Ernährungsweise Jesu, wenn man sich ausschließlich auf das heutige Neue Testament stützt. (Es würde den Rahmen der vorliegenden Broschüre überschreiten, hier im einzelnen auf die zahlreichen apokryphen urchristlichen Schriften einzugehen, wie das Essener-Evangelium, die Petrus-Akten oder das Thomasbuch, die beschreiben, dass Jesus unter anderem strikte Fleischenthaltung predigte.)

Auch das Alte Testament macht, oberflächlich betrachtet, keine klaren Aussagen, sondern enthält sich widersprechende Anweisungen. Gewisse Textstellen gebieten dem Menschen eine vegetarische Ernährung, wohingegen andere das Fleischessen und Tieropfer erlauben. Bei einer genaueren Untersuchung jedoch muss man erkennen, dass der fleischlosen Ernährung der Vorzug gegeben wird.

Im 1. Buch Mose (Gen. 9.3) findet man z.B. eine deutliche Erlaubnis zum Fleischessen, aber diese bezog sich auf die Zeit nach der Sintflut, als sämtliches Ackerland fortgespült war. Anstatt sich willkürlich auf diesen Notbehelf zu berufen (man müsste dann konsequenterweise auch die in 9.6. geforderte Todesstrafe annehmen!), täte man besser daran, sich an die ursprüngliche Anweisung Gottes zu halten, die man auf der ersten Seite der Bibel finden kann: «Und Gott sprach: Siehe, ich gebe euch alles Kraut, das Samen trägt, auf der ganzen Erde, und alle Bäume, an denen samenhaltige Früchte sind; das soll eure Speise sein.» (Gen. 1.29)

Im übernächsten Vers bestätigt Gott, dass diese Art der Ernährung «gut» ist, wohingegen die andere, die Er später erwähnt (diejenige mit Fleisch), nur erlaubt war zur Befriedigung der verdorbenen Lust des Menschen - eine Ernährungsweise, die «Furcht und Schrecken ... über alle Tiere der Erde, über alle Vögel des Himmels, über alles, was auf Erden kriecht, und über alle Fische im Meer» legen werde. (Gen. 9.2)

Das vielzitierte Beispiel mit den Wachteln im 4. Buch Mose macht diesen Punkt noch klarer. Nachdem das Volk Israel auf seiner Wüstenwanderung des Manna, des Himmelsbrotes, überdrüssig geworden war, geschah es, dass Gott Wachteln vom Himmel regnen ließ, worauf das Volk diese gierig einsammelte und in einem großen Festmahl verzehrte (beschrieben in Num. 11.31-32).

Um jedoch der ganzen Geschichte gerecht zu werden, muss man den darauffolgenden Vers ebenfalls berücksichtigen: «Sie hatten aber das Fleisch noch zwischen den Zähnen, es war noch nicht gegessen, da entbrannte der Zorn des Herrn über das Volk, und der Herr schlug das Volk mit einer bösen Plage.» (Num, 11.33) Mit anderen Worten: Gott gefiel es nicht, dass die Menschen das Fleisch der Wachteln aßen.

Johannes der Täufer

Echte Gottgeweihte lehnen es ab, das Fleisch getöteter Tiere zu essen. Man erweist sich selbst und diesen großen Persönlichkeiten einen schlechten Dienst, wenn man versucht, ihnen zu unterstellen, sie hätten Fleisch gegessen. Aber leider wurde derlei seit dem 4. Jahrhundert nicht nur mit Jesus versucht, sondern auch mit seinem wichtigsten Vorboten, Johannes dem Täufer: «Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung», kann man in Mt. 3.4 nachlesen.

Hier sehen wir ein klassisches Beispiel für eine Fehlübersetzung.

Wer kann glauben, dass der erhabene Johannes der Täufer, von dem sich sogar Jesus taufen ließ, Heuschrecken aß? Mit den «Heuschrecken» (lat. locusta) sind die Früchte des Lokustbaumes (sogenannter Heuschreckenbaum» oder Courbaril) gemeint. In Palästina gehören die Früchte des Lokustbaumes und der Robinie (engl. carob) zu den wichtigsten Nahrungsmitteln, und gerade weil sich auch Johannes der Täufer davon ernährte, nennt man diese süßen bohnenartigen Früchte bis zum heutigen Tag «Johannisbrot». Und überall, wo diese blütentragenden Bäume wachsen, gibt es auch wilden Honig. Darin besteht die Nahrung großer heiliger Persönlichkeiten, wie dies bereits im Alten Testament vorausgesagt wird («Butter und Honig wird er essen...» Jes. 7.15)

«Du sollst nicht töten!»

So lautet das fünfte der Zehn Gebote des Moses (Ex. 20.13 und Deut. 5.17). Es ließe sich wirklich nicht einfacher und deutlicher ausdrücken, und es bezieht sich, entgegen anderslautenden Interpretationen, nicht nur auf das Ermorden von Menschen.

In der hebräischen Originalsprache heißt dieses Gebot: lo tirtzach. Lo bedeutet «du sollst nicht», und tirtzach bezieht sich auf «jede nur erdenkliche Art des Tötens», wie wir dem Standardwörterbuch The Complete Hebrew/English Dictionairy von Dr. Reuben Alcalay entnehmen können. Tirtzach heißt also nicht nur «morden», obwohl dieses 5. Gebot neuerdings in gewissen modernen Einheitsübersetzungen» der Bibel mit «Du sollst nicht morden» übersetzt wird.

Diese eindeutige Anweisung Gottes sollte einem ernsthaften Christen eigentlich schon genügen, um mit dem Tieretöten und dem Fleischessen aufzuhören.

Judentum

Nicht nur die urchristlichen Kirchenväter der ersten Jahrhunderte nach Jesus nahmen strikt kein Fleisch zu sich, sondern auch viele jüdische Mönchsorden vor und während Jesu Lebzeit, wie z.B. die Essener und die Nazaräer. Für sie alle war Vegetarismus, gemäß 1 Mose 1.29, Grundlage eines gottesbewussten Lebens.

In den jüdischen Schriften und im Alten Testament ist es strikt verboten, «Fleisch mit Blut» zu essen. Statt das Fleisch gänzlich wegzulassen, wie es an anderen Stellen dieser Schriften empfohlen wird, führten sie - gestützt auf die Erlaubnis, Fleisch ohne Blut essen zu dürfen - komplizierte Rituale ein, um «koscheres» Fleisch zu bekommen. Sie schächten die Kühe, d.h. sie schneiden ihnen bei lebendigem Leib die Kehle auf und lassen sie verbluten (eine Tötungsmethode, die, abgesehen von der Brutalität, das Fleisch niemals 100% blutlos machen kann).

In Wirklichkeit sind solche Einschränkungen des Fleischessens da, um dem Menschen letztlich klar zu machen, dass es besser ist, das Fleisch ganz wegzulassen.

Jesaja 1.11,15: «Was soll ich mit euren vielen Schlachtopfern? spricht der Herr. Die Widder und das Fett eurer Rinder habe ich satt; das Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke ist mir zuwider. Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut.»

Islam

Der Prophet Mohammed predigte in der Wüste, wo es sehr schwierig ist, vegetarisch zu leben. Obwohl der Islam nicht eine Religion ist, die den Vegetarismus propagiert, hielt Mohammed dieses Ideal hoch, wie aus den überlieferten Biographien hervorgeht. Er ernährte sich hauptsächlich von Milch, Joghurt, Honig, Nüssen, Feigen, Datteln und anderen Früchten. Auch im Koran kann man Textstellen finden, die von universaler Barmherzigkeit sprechen und Gerechtigkeit für alle Lebewesen fordern. So heißt es zum Beispiel:

«Es ist kein Tier auf Erden, noch ein Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht gleich wären wie ihr, die ihr ein Volk seid. Alle Geschöpfe Allahs sind seine Familie.» (6.38)

Im Sufismus, einem bekannten asketisch-mystischen Zweig des Islam, gilt die Abstinenz von Fleisch und Alkohol als Voraussetzung zur Verinnerlichung des Geistes und zur ekstatischen Gottesschau.

Buddhismus

Buddha führte Ahimsa, (Gewaltlosigkeit) und Vegetarismus als einen der fünf fundamentalen Schritte auf dem Weg zur Selbsterkenntnis ein. Eines seiner hauptsächlichen Anliegen bestand in der Tat darin, dem Laster der Tieropfer und des Fleischessens Einhalt zu gebieten. «Ich sehe keinen Grund, warum man Tiere schlachten und deren Fleisch essen soll, da man doch so viel anderes essen kann. Der Mensch braucht kein Fleisch.» — Dalai Lama (in Steven Rosen: Food for the Spirit, Vegetarianism and the World Religions, New York 1987)

Hinduismus

Hinduismus ist der moderne Sammelbegriff für die zahlreichen aus Indien stammenden Philosophien und Glaubensströmungen. Die verschiedenen altindischen Gesetzessammlungen, wie die Manu-samhita, enthalten klare Anweisungen bezüglich des Fleischessens: «Fleisch kann man sich nicht verschaffen, ohne anderen Lebewesen Gewalt anzutun. Deshalb sollte man den Verzehr von Fleisch vermeiden.» An einer anderen Stelle in der Manu-samhita heißt es: «Bedenkt man die abscheuliche Herkunft von Fleisch und die Grausamkeit, die die Gefangenschaft und das Schlachten verkörperter Wesen mit sich bringt, dann sollte man sich des Fleischessens völlig enthalten.»

Ebenso klar äußern sich die altindischen («vedischen») Schriften, von denen die Bhagavad-gita und das Srimad-Bhagavatam die wichtigsten sind: «Nahrung, die ohne Geschmack, faul und gegoren ist, und Nahrung, die aus Speiseresten und unberührbaren Dingen (wie Fleisch, Fisch und Eiern) besteht, wird von denjenigen geschätzt, die sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit befinden.» (Bhagavad-gita 17.10) «Iss nichts, was durch Fleisch oder Fisch verunreinigt worden ist!» (Srimad-Bhagavatam 6.18.49)

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